Ich möchte nicht mehr lernen gehen

Hallo, ich bin Hadassa. In diesem Blog erzähle ich euch von mir und meinen Erlebnissen.
Ich bin 41 Jahre alt, Mutter von einer Sechzehnjährigen und habe vor anderthalb Jahren wieder geheiratet.
Als ich endlich die Schule abschloss dachte ich mir, endlich bin ich fertig mit dem Lernen. Warst du jemals an einem solchen Punkt, dass Du mit einem Thema ein für alle mal durch warst?

Warum habe ich mich nur so gefühlt?

In den Augen meiner Klassenkameraden war ich ein guter Schüler oder gar ein Streber, weil ich immer zu allen Stunden gekommen bin. Mit anderen Worten, ich habe nie die Schule geschwänzt. Aber auch die Lehrer sahen in mir einen guten Schüler, der seine Aufgaben immer machte und nie störte. Also was ist los?, fragst du. Meine Noten in Mathematik waren immer nicht ausreichend, Hebräisch war sehr schwer und Geschichte auch. In meinem Wahlpflichtfach Kunst hatte ich gute Noten. Auch in Englisch war ich gut. Wahrend des Elternabends sagte meine Klassenlehrerin zu meiner Mutter: „Ihre Noten spiegeln nicht ihre Fähigkeiten wider.“ Wirklich?! Ich dachte mir, warum gebt ihr mir dann nicht die Noten, die zu mir passen?

Niemand sagte meinen Eltern, das ich evtl. ein Problem habe.

All das hat mich natürlich sehr frustriert, denn mir fiel das Lernen sehr schwer und machte mir demzufolge auch keinen Spaß. Das war auch der eigentliche Grund warum meine Noten so schlecht waren.  Aber weil ich ein ehrgeiziger Mensch bin und mir, im Gegensatz zu vielen meiner Mitschüler, das Ziel gesetzt hatte, das Abitur zu bestehen, habe ich dies auch erreicht. Aber obwohl mein Notendurchschnitt ausreichend war um das Abitur zu bestehen, war nicht alleine mein Ehrgeiz dafür verantwortlich, sondern zusätzlich auch verschiedene Wunder.
Das war auch der Grund warum ich, nachdem ich die Schule beendet hatte, mir niemals vorstellen konnte ein Studium oder eine Ausbildung zu beginnen.

Es vergingen viele Jahre bis ich verstand, wieso ich soviel in der Schule zu leiden hatte:  Ich habe den gesamten Nachmittag an meinen Hausaufgaben gesessen und besuchte regelmäßig den Förderunterricht in der Schule und trotzdem wurden meine Noten nicht besser.

Ich verstand das alles erst, als bei meiner jüngeren Schwester (6 Jahre jünger als ich) ein Lernproblem diagnostiziert wurde. – Obwohl mir nun klar war, was mein Problem sein müsste, hat mich das dennoch nicht motiviert ein Studium oder einhe Ausbildung zu beginnen.

In der Zwischenzeit habe ich geheiratet und einen Sohn und einen Tochter (im Abstand von einem Jahr und acht Monaten) zur Welt gebracht. Die Erziehung meiner beiden Kinder hat mich ausgelastet, weil meine Ehe leider nach kurzer Zeit wieder zerbrochen ist.  Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich arbeitete in verschiedenen Kinderhorten (0-3 Jahre), und später auch in Kindergärten (3-6).  Im Jahr 2004 machte ich eine Ausbildung zur Kinderbetreuerin, weil der Gesetzgeber seitdem verlangt hat, dass jeder, der mit Kindern arbeitet, eine Ausbildung haben muss.

So kam es dazu, dass ich im Jahr 2011 einen Lernschwächetest machen ließ. Zu der Zeit war ich schon über 30. Oh wie überraschend! Ich hab’s doch gewusst: bei mir wurde Legasthenie festgestellt. Jetzt überlegte ich ein Studium zu beginnen, als Kindergärtnerin oder Ähnliches, auf jeden Fall irgendwas, das mit Kindererziehung und/oder Kunst zu tun hat.

Ein langer langer Weg…

Ich lernte ein Semester (3 Monate) in der „Open University“ (Fernstudium). Das war eine gute Erfahrung, deshalb überlegte ich mir, ob ich nicht an einer Universität oder Akademie in Vollzeit lernen sollte.

Der ersten Akademie war mein Abiturnotendurchschnitt zu gering, weshalb sie mir geraten haben einen PsychometrieteEin langer langer Weg…st (ein allgemeiner Aufnahmetest für alle Unis und Akademien) zu machen. Aber ich versuchte es erst einmal mit dem nächsten Institut. Diesmal versuchte ich es mit Kunststudium an einer Universität, aber die Uni teilte mir mit, dass meine Kunstmappe aus der Schule zu schlecht bzw. zu alt war.
Nach dieser zweiten Abfuhr entschloss ich mich den Psychometrietest doch zu machen, mit dem Ergebnis, dass auch hier die Bewertung zu niedrig war, um studieren zu können.
Aber da alle guten Dinge drei sind, versuchte ich es noch an einer weiteren Akademie.  Netterweise nahm mich diese so auf. Diese Akademie bietet zu dem noch Unterstürzung für Studenten mit Lernschwächen an.